Die Zukunft von Führung

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Paradigmenwechsel sind Veränderungen, bei denen sich nicht einzelne Umstände einer Sache verschieben, sondern die Sache insgesamt in ein völlig neues Licht gerät. Die Art, wie etwas empfunden und gedacht wird, ist nicht mehr dieselbe wie noch vor kurzer Zeit; der gesamte Bezugsrahmen verändert sich.

Ein solcher Paradigmenwechsel ereignet sich gerade hinsichtlich des Themas Führung. Prof. Peter Kruse – vor wenigen Jahren zum Querdenker Nr. 1 Deutschlands gewählt – sieht die Ursache in der wachsenden Vernetzung der Gesellschaft. Vernetzung erhöht die Komplexität. Es entsteht eine Unübersichtlichkeit, die Entscheidungen immer schwieriger macht. Genau das aber ist das Kerngeschäft des klassischen Führungsverständnisses: Entscheiden, Ziele definieren, Strategien umsetzen, Orientierung geben.

Was brauchen Führungskräfte der Zukunft, um in solcherart komplexen Situationen noch angemessen entscheiden zu können? Wie können Führungskräfte ihren Führungsanspruch überhaupt noch legitimieren? Macht als solche wird ja unter den Bedingungen sozialer Netzwerke neu definiert: Es zählt nicht die formale Macht oder Rolle, sondern Wirksamkeit und Sichtbarkeit im Netzwerk. Was für Digital Natives und Generation Y (und auch die Führungskräfte unter ihnen) selbstverständliche Alltags- und Arbeitsroutine ist, muss in den Köpfen der meisten Führungskräfte, die derzeit Macht und Einfluß haben, erst noch ankommen.  Hier trifft der McKinsey-Artikel über Social-media-literacy for leaders genau den richtigen Punkt. http://www.mckinsey.com/insights/high_tech_telecoms_internet/six_social-media_skills_every_leader_needs

Auch die  Form des Wissen, das unter diesen sich verändernden Umständen gefragt ist, ändert sich. Verfügungswissen (= Fachwissen, dessen Halbwertzeit immer kürzer wird) tritt in den Hintergrund gegenüber dem Orientierungswissen. Bedeutsam werden in Zukunft die Menschen sein, die in unübersichtlichen und komplexen Situationen anderen Orientierung geben können. Gefragt ist also weniger das Detail als die Perspektive, weniger aufgehäuftes Faktenwissen als die Fähigkeit zur Vermittlung von Bedeutung und Sinn.

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